Schaukäserei
Schaukäsereien gibt es in der Schweiz zum Beispiel im Appenzellerland und in Aeschi ob Spiez.
Als Vorbereitung zur Käseherstellung wird die Milch meist gereinigt und pasteurisiert, bevor sie dickgelegt wird.
Für einige Käsesorten, wie beispielsweise dem Emmentaler, verwendet man auch die unbehandelte Rohmilch.
Diesen Käse bezeichnet man als Rohmilchkäse. Je nachdem, welchen Fettgehalt der Käse bekommen soll wird
die Milch mit Magermilch gemischt und dadurch entfettet oder mit Rahm gemischt und aufgefettet. Der Fettgehalt im
Käse wird als prozentuales Verhältnis zur Trockenmasse, als "Fett i. TR." auf der Verpackung angegeben.
Durch Impfung mit Sauermilchbakterien oder durch Zugabe von Lab wird die Milch zum gerinnen gebracht, sie wird dickgelegt.
Durch eine gezielte Kombination der beiden Verfahren wird heute der Reifungsprozess gezielt gesteuert. So erhält man
im Geschmack und im Aroma eine gleichbleibende Qualität.
Je nach Methode dauert die Gerinnung von 30 Minuten bis zu fünf Stunden. Ist dieser Prozess vollzogen, trennt sich
die Molke von dem geronnenen Eiweiß, der Gallerte. Die Gallerte wird, um die Molke besser abzutrennen mit einer
sogenannten Käsharfe, einem Gerät mit feinen, parallel verlaufenden Drähten, in möglichst
gleichgroße Stücke zerschnitten. Durch das Zerteilen der Gallerte löst sich die Molke und es entsteht
der Bruch.
Je gleichmäßiger die Stücke geschnitten wurden, desto besser wird der Käse. Je kleiner der Bruch
geschnitten wird, desto mehr Molke tritt aus den Stücken und um so fester wird der Käse später. Molke
und Käsebruch werden entweder durch Ablaufen und Pressen oder durch behutsames Erhitzen, Rühren und Kneten
von einander getrennt. Bei diesem Vorgang wird gleichzeitig die Käsemasse in Form gebracht. Nach dem Formen werden
die Käselaibe in ein Salzbad gegeben. Alleinige Ausnahme ist Frischkäse. Das Salz ist wichtig für die
weitere Reifung der Käselaibe. Es fördert die Festigung der Laibe und die Rindenbildung.
Das Salz dient der Haltbarkeit indem es schädliche Bakterien fernhält und ist letztendlich ausschlaggebend
für den arttypischen Geschmack der verschiedenen Sorten. Nach dem Salzbad lässt man den Käse abtropfen
und gibt ihn in temperierte Lagerkeller oder Gärkeller. Dort wird der Käse auf speziellen "Horden"
gelagert und in regelmäßigen Abständen gewendet, gebürstet und abgerieben. Bei Käsesorten
mit längeren Lagerzeiten werden die Laibe zusätzlich noch mehrmals mir einer Salzlösung abgerieben.
Dadurch bekommt der Käselaib eine harte, trockene Rinde.
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